Wer nach passenden Heuraufen für seine Pferde sucht, merkt schnell: Die Auswahl ist riesig. Es gibt kleine Raufen für die Pferdebox, große Rundballenraufen für den Offenstall, Heuglocken, Slowfeeder und sogar automatisch gesteuerte Systeme.
Eine genaue Zahl lässt sich deshalb kaum nennen. Viele Modelle unterscheiden sich nur in einzelnen Details oder kombinieren mehrere Systeme miteinander. Grundsätzlich können wir die gängigen Heuraufen aber in etwa zwölf verschiedene Bauarten einteilen.
Welche davon am besten passt, hängt unter anderem von der Haltungsform, der Gruppengröße, dem verfügbaren Platz und natürlich von den Pferden selbst ab.
Welche Heuraufe ist die beste?
Eine pauschale Antwort gibt es darauf leider nicht. Eine Raufe, die für zwei Ponys gut funktioniert, kann für eine größere, gemischte Pferdegruppe völlig ungeeignet sein.
Bei der Auswahl von Heuraufen für Pferde sollten vor allem folgende Fragen beantwortet werden:
- Wie viele Pferde sollen an der Raufe fressen?
- Sind Ponys, Jungpferde oder sehr große Pferde in der Gruppe?
- Wird loses Heu, ein Rundballen oder ein Quaderballen gefüttert?
- Sind die benötigten Hilfsmittel, zum Beispiel ein Traktor oder Frontlader, zum Befüllen und Umstellen vorhanden?
- Soll die Fresszeit verlängert werden?
- Steht die Raufe im Stall, im Offenstall oder auf der Weide?
- Kann das Heu vor Regen und Bodenfeuchtigkeit geschützt werden?
- Können rangniedrige Pferde sicher ausweichen?
- Wie viel Zeit steht täglich für das Befüllen zur Verfügung?
- Soll die Fütterung automatisiert werden?
1. Die klassische Wandheuraufe
Die klassische Wandheuraufe findet man vor allem in Pferdeboxen. Sie besteht meistens aus Metall und wird an der Wand befestigt. Das Heu wird von oben eingefüllt und kann durch die Gitterstäbe herausgezogen werden.
Das spricht dafür:
• Die Raufe benötigt nur wenig Platz.
• Das Heu wird nicht in der Einstreu verteilt.
• Befüllen und Reinigen sind meistens unkompliziert.
• Einfache Modelle sind relativ günstig.
Das spricht dagegen:
• Viele Wandheuraufen hängen deutlich zu hoch.
• Beim Fressen können Staub und Halme in Augen und Atemwege fallen.
• Das Pferd frisst nicht in seiner natürlichen, bodennahen Haltung.
• Bei ungeeigneten Gitterabständen besteht Verletzungsgefahr.
Wandheuraufen sind zwar praktisch, aus gesundheitlicher Sicht sind bodennahe Systeme jedoch häufig die bessere Wahl. Das Fassungsvermögen reicht je nach Größe oft nur für eine einzelne Portion, sodass häufiger nachgefüllt werden muss.
2. Die Eckheuraufe
Eine Eckheuraufe wird in einer Ecke der Box oder des Unterstandes befestigt. Dadurch nimmt sie weniger Platz ein als viele andere Modelle. Angeboten werden sowohl hohe Metallraufen als auch niedrige, geschlossene Varianten.
Vorteile:
• Der Platz in der Ecke wird sinnvoll genutzt.
• Das Heu bleibt an einer Stelle.
• Die Raufe lässt sich leicht befüllen.
• Niedrige Modelle ermöglichen eine relativ natürliche Fresshaltung.
Nachteile:
• Hohe Modelle können zu einer ungünstigen Kopfhaltung führen.
• Geschlossene Ecken und Böden müssen regelmäßig gereinigt werden.
• Die Raufe eignet sich normalerweise nur für ein Pferd.
• Unpassende Gitterabstände können ein Verletzungsrisiko darstellen.
Besonders interessant sind bodennahe Eckheuraufen, aus denen das Pferd mit gesenktem Kopf fressen kann.
3. Die Slowfeeder-Heubox
Die Slowfeeder-Heubox sieht einer normalen Heukiste ähnlich. Auf dem Heu liegt jedoch ein Gitter, das mit dem sinkenden Heuvorrat langsam nach unten rutscht. Durch die kleinen Öffnungen muss das Pferd die Halme einzeln herausziehen.
Vorteile:
• Das Pferd benötigt länger für seine Heuration.
• Es wird weniger Heu herausgezogen und verschwendet.
• Die Fresshaltung bleibt bei niedrigen Boxen relativ natürlich.
• Die Fresspausen können verkürzt werden.
• Das System eignet sich häufig gut für leichtfuttrige Pferde.
Nachteile:
• Zu kleine Öffnungen können Frust verursachen.
• Hufe oder Hufeisen dürfen sich nicht im Gitter verfangen können.
• Das Gitter kann Zähne, Lippen und Tasthaare stärker beanspruchen.
• Pferde sollten schrittweise an das Fressgitter und die gewählte Maschen- beziehungsweise Stabweite gewöhnt werden.
• Bewegliche Teile müssen regelmäßig kontrolliert werden.
• Durch die vergleichsweise kleine Fressöffnung ist diese Lösung häufig nicht für mehrere Pferde geeignet.
4. Die bodennahe Langraufe
Eine Langraufe bietet mehreren Pferden nebeneinander Platz. Zum Einsatz kommt sie vor allem in Lauf- und Offenställen. Je nach Ausführung kann das Heu frei zugänglich sein oder durch Gitter beziehungsweise Netze gebremst werden.
Vorteile:
• Mehrere Pferde können gleichzeitig fressen.
• Eine bodennahe Bauweise ermöglicht eine gute Fresshaltung.
• Die Raufe ist leicht zu kontrollieren und zu befüllen.
• Lange Fressflächen schaffen mehrere Futterplätze.
Nachteile:
• Die Raufe benötigt entsprechend viel Platz.
• Rangniedrige Pferde können trotzdem vertrieben werden.
• Bei freiem Zugang wird teilweise viel Heu herausgezogen.
• Wie jede Heuraufe muss auch eine Langraufe regelmäßig gereinigt werden.
• Bei zeitlich begrenzter Fütterung sollte mindestens ein Fressplatz je Pferd vorhanden sein; zusätzliche Plätze entschärfen Konkurrenzsituationen. Rangniedrige Tiere müssen ausweichen können, ohne in eine Ecke getrieben zu werden.
5. Die Rundballenraufe
Rundballenraufen sind besonders in Offenställen und auf Winterweiden verbreitet. Ein kompletter Rundballen wird in die Raufe gestellt und kann von mehreren Pferden gleichzeitig gefressen werden.
Vorteile:
• Ein Rundballen versorgt die Gruppe über einen längeren Zeitraum.
• Der tägliche Arbeitsaufwand ist vergleichsweise gering.
• Mehrere Pferde können gleichzeitig fressen.
• Modelle mit Dach schützen das Heu vor Regen und Schnee.
Nachteile:
• Ohne Netz können große Heumengen verloren gehen.
• Nicht jede Rundballenraufe ist für Pferde geeignet.
• Rangniedrige Tiere können verdrängt werden. Deshalb sollte mindestens ein Fressplatz je Pferd vorhanden sein; zusätzliche Plätze sind für unruhige oder rangstarke Gruppen sinnvoll.
• Die Qualität im Inneren des Heuballens lässt sich nicht immer sofort erkennen.
• Bei ungeeigneten Bauformen können Pferde in die Raufe steigen.
Eine Rinderraufe sollte nicht einfach für Pferde übernommen werden. Die Abstände und Fressöffnungen müssen ausdrücklich für Pferde geeignet sein.
6. Die Viereck- oder Großballenraufe mit Schrägfressgitter
Diese Raufen sind größer und rechteckig gebaut. Das hier dargestellte Schrägfressgitter bildet einzelne Fressplätze durch schräg verlaufende Metallstäbe. Je nach Modell lassen sich darin ein großer Quaderballen, ein Rundballen oder sogar zwei Rundballen unterbringen.
Vorteile:
• Große Pferdegruppen können lange mit Heu versorgt werden.
• Es stehen viele Fressplätze zur Verfügung.
• Dach und Boden schützen das Heu vor Witterung und Schmutz.
• Die Raufe muss seltener befüllt werden.
Nachteile:
• Die Anschaffung ist im Vergleich zu kleinen Einzelraufen meist teuer.
• Zum Befüllen wird – wie bei anderen Großballenraufen – häufig ein Traktor oder Frontlader benötigt.
• Die Raufe braucht einen ebenen, tragfähigen und gut entwässerten Standort.
• Größe und Gewicht machen ein spontanes Umstellen schwierig; häufig wird dafür ein Traktor benötigt.
• Die Abstände der Gitterstäbe und Fressöffnungen müssen ausdrücklich für Pferde und für die jeweilige Pferdegröße geeignet sein.
7. Die Großballenraufe mit Rundbogen-/ Palisadenfressgitter
Rundbogen- beziehungsweise Palisadenfressgitter sind eine weitere Ausführung für runde oder eckige Großballenraufen. Die gebogenen oder senkrecht angeordneten Metallbügel teilen den Fressbereich in einzelne Plätze. Dadurch können mehrere Pferde gleichzeitig fressen, während die Fressplätze klar voneinander abgegrenzt bleiben.
Vorteile:
• Die Fressplätze sind klar voneinander getrennt.
• Die Pferde können weniger Heu herausziehen.
• Mehrere Tiere können gleichzeitig fressen.
• Die Bauweise ist meistens sehr stabil.
Nachteile:
• Die Abstände müssen zur Größe der Pferde passen.
• Kleine Ponys und Jungpferde benötigen andere Maße als Großpferde.
• Beim Vertreiben muss das Pferd seinen Kopf schnell zurückziehen können.
• Halfter können an den Streben hängen bleiben.
• Je nach Bauweise ist die Fresshaltung relativ hoch.
Rundbogen- und Palisadenfressgitter können gut funktionieren, wenn die Öffnungen zur jeweiligen Pferdegruppe passen.
8. Die Großballenraufe mit Sicherheitsfressgitter
Sicherheitsfressgitter sind eine weitere Ausführung für runde oder eckige Großballenraufen. Die speziell geformten Öffnungen sollen das Einsteigen erschweren und jedem Pferd einen klar begrenzten Fressplatz geben. Form und Maße unterscheiden sich je nach Hersteller und Modell.
Vorteile:
1. Jedes Pferd hat einen klar abgegrenzten Fressplatz.
2. Das Heu bleibt besser in der Raufe.
3. Mehrere Pferde können gleichzeitig fressen.
4. Das System eignet sich gut für Rund- und Quaderballen.
5. Die Raufe ist meistens sehr stabil.
Nachteile:
6. Nicht jede Öffnung passt zu jedem Pferd.
7. Ponys, Fohlen und Großpferde haben unterschiedliche Anforderungen.
8. Die Pferde müssen den Kopf bei Streit schnell zurückziehen können.
9. Die Raufen sind relativ schwer und teuer.
10. Auch bei der Bezeichnung „Sicherheitsfressgitter“ ist eine eigene Kontrolle wichtig.
Entscheidend ist nicht allein die Bezeichnung des Gitters. Durchtrittschutz, Form, Maße und Abstände müssen zur Größe und zum Verhalten der Pferde passen. Rinderfressgitter ohne geeigneten Durchtrittschutz sollten nicht ungeprüft für Pferde verwendet werden.
9. Die Heuglocke
Eine Heuglocke ist eine große Haube aus Kunststoff, die über einen Rundballen gestellt wird. Die Pferde gelangen durch seitliche Öffnungen an das Heu.
Vorteile:
• Der Rundballen ist gut vor Regen und Wind geschützt.
• Kunststoff besitzt keine scharfkantigen Metallstäbe.
• Heuglocken sind leichter als viele Metallraufen.
• Das Heu wird weniger verteilt.
• Mehrere Pferde können gleichzeitig fressen.
Nachteile:
• Die Anzahl der Fressplätze ist begrenzt.
• Rangniedrige Pferde können von den Öffnungen vertrieben werden.
• Unter der Glocke können sich Feuchtigkeit und Wärme sammeln.
• Die Kontrolle des Ballens ist etwas umständlicher.
• Modelle ohne Boden schützen nicht vor aufsteigender Bodenfeuchtigkeit.
Für kleinere Gruppen kann die Heuglocke eine praktische Alternative zur klassischen Rundballenraufe sein.
10. Das Heunetz oder Großballennetz
Ein Heunetz ist streng genommen keine Heuraufe. Da es aber häufig allein oder zusammen mit einer Raufe eingesetzt wird, gehört es bei einem Vergleich der Heufütterungssysteme unbedingt dazu.
Vorteile:
• Das Pferd benötigt meistens länger für das Heu.
• Die Heuverluste lassen sich deutlich reduzieren.
• Heunetze sind günstig und flexibel einsetzbar.
• Es gibt verschiedene Größen und Maschenweiten.
• Großballennetze können über komplette Rundballen gezogen werden.
Nachteile:
• Hufe und Hufeisen können sich in beschädigten Netzen verfangen.
• Zu hoch aufgehängte Netze führen zu einer unnatürlichen Fresshaltung.
• Sehr kleine Maschen können Frust verursachen.
• Zähne, Zahnfleisch und Tasthaare können stärker beansprucht werden.
• Die Netze müssen regelmäßig auf Löcher kontrolliert und möglichst witterungsgeschützt eingesetzt werden.
Bei der Auswahl kommt es nicht nur auf die Maschenweite an. Auch die Heustruktur und die Befestigung spielen eine wichtige Rolle.
11. Die Heukiste mit Deckel
Bei einer Heukiste liegt das Heu in einer stabilen Box aus Holz, Kunststoff oder Metall. Sie kann in einer Pferdebox, auf dem Paddock oder im Offenstall aufgestellt werden.
Vorteile:
• Das Pferd kann in einer natürlichen, tiefen Haltung fressen.
• Das Heu bleibt weitgehend sauber und wird weniger zertreten.
• Heukisten sind in vielen Größen erhältlich.
• Einfache Modelle lassen sich auch selbst bauen.
Nachteile:
• Manche Pferde werfen das Heu aus der Kiste.
• Offene Kisten müssen so gebaut sein, dass kein Pferd hineinsteigen kann.
• Holz wird möglicherweise angenagt.
• Ohne Ablauf können sich Regenwasser und Feuchtigkeit sammeln.
Bei einer selbst gebauten Heukiste sollte besonders auf abgerundete Kanten, einen sicheren Stand und geeignete Öffnungen geachtet werden.
12. Die zeitgesteuerte Heuraufe
Bei einer automatischen Heuraufe wird der Zugang zum Heu zeitlich gesteuert. Zeitgesteuerte Heuraufen gibt es in unterschiedlichen technischen Bauformen: vollständig aufgebaute Raufen, Portionsautomaten, gesteuerte Fressbereiche oder Nachrüstlösungen wie das HEUZEIT®-System, mit denen eine vorhandene Heuraufe automatisiert werden kann. Je nach Bauart öffnen sich Planen, Klappen, Gitter oder Abdeckungen zu festgelegten Zeiten. Einzelne Anlagen können Pferde zusätzlich über einen Transponder erkennen.
Vorteile:
• Mehrere kleinere Fresszeiten lassen sich über den Tag verteilen.
• Die Heuaufnahme kann besser kontrolliert werden.
• Der tägliche Arbeitsaufwand sinkt.
• Lange Fresspausen können vermieden werden.
• Einige Systeme lassen sich an bestehende Heuraufen nachrüsten.
• Gruppensysteme und individuelle Fütterung sind möglich.
Nachteile:
• Komplettsysteme sind in der Anschaffung meist deutlich teurer; eine Nachrüstlösung kann günstiger sein, wenn eine geeignete Heuraufe bereits vorhanden ist.
• Technik und Stromversorgung müssen zuverlässig funktionieren.
• Die Anlage benötigt regelmäßige Wartung.
• Für technische Störungen sollte es immer eine Notlösung geben.
• Zu wenige Fressplätze können Unruhe verursachen. Bei zeitlich begrenztem Zugang sollte mindestens ein Platz je Pferd, besser eine zusätzliche Ausweichmöglichkeit, eingeplant werden.
Übersicht: Bauarten zeitgesteuerter Heuraufen
Zeitgesteuerte Heuraufen gibt es in unterschiedlichen technischen Bauformen. Die folgende Übersicht ordnet die Systeme ausschließlich nach ihrem Funktionsprinzip: Nachrüstung einer vorhandenen Raufe, vollständige Großballenraufe, Portionsautomat, kompakte Heubox sowie gesteuerter Fressbereich oder individuelle Futterstation. Hersteller und Produktnamen werden bewusst nicht gegenübergestellt.
Bauarten zeitgesteuerter Heuraufen
Zeitgesteuerte Heuraufen lassen sich unabhängig vom Hersteller nach ihrem technischen Prinzip gliedern. Welche Bauart geeignet ist, hängt vor allem von Gruppengröße, gewünschter Futtermenge, vorhandener Raufe und der Stallorganisation ab.
1. Nachrüstsysteme für vorhandene Heuraufen
Eine vorhandene Rund- oder Viereckballenraufe wird mit einer Steuerung und beweglichen Planen, Klappen oder Abdeckungen ergänzt. Der Heuvorrat bleibt in der bisherigen Raufe; nur der Zugang wird zu festgelegten Zeiten geöffnet und geschlossen. Diese Bauart eignet sich besonders, wenn eine stabile und passende Raufe bereits vorhanden ist.
2. Vollständig aufgebaute zeitgesteuerte Großballenraufen
Bei dieser Bauart bilden Raufe, Dach, Fressgitter, Verschlussmechanismus und Steuerung eine Einheit. Je nach Ausführung können Rund- oder Viereckballen eingesetzt werden. Sie eignet sich für Gruppenhaltung und größere Heuvorräte, benötigt jedoch ausreichend Platz, eine sichere Befüllmöglichkeit und genügend gleichzeitig nutzbare Fressplätze.
3. Zeitgesteuerte Portionsautomaten
Portionsautomaten geben vorbereitete Heumengen nacheinander frei, zum Beispiel über Fächer, Klappen oder absenkbare Ablagen. Dadurch lassen sich mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilen. Das System ist vor allem für Einzelboxen, Kleingruppen oder genau geplante Rationen interessant; die Fächer müssen regelmäßig befüllt werden.
4. Kleine zeitgesteuerte Heuboxen und Kompaktraufen
Kompakte Systeme besitzen einen begrenzten Heuvorrat und öffnen den Fressbereich über eine motorische Klappe, einen Schieber oder ein Gitter. Sie benötigen wenig Platz und lassen sich häufig in Boxen, Paddocks oder kleinen Ausläufen einsetzen. Aufgrund des kleineren Vorrats ist meist ein häufigeres Nachfüllen erforderlich.
5. Gesteuerte Fressbereiche und individuelle Futterstationen
Hier wird nicht zwingend die gesamte Raufe geschlossen. Stattdessen steuert das System den Zugang zu einer Fresswand, einem Fressstand oder einer einzelnen Station. Die Freigabe kann nach Zeitplan erfolgen; bei erweiterten Anlagen ist zusätzlich eine individuelle Erkennung des Pferdes möglich. Solche Lösungen eignen sich besonders für größere Gruppen oder für Pferde mit unterschiedlichen Futteransprüchen.
Worauf sollte bei der Auswahl geachtet werden?
• Passt die Bauart zur Ballenform, Futtermenge und Gruppengröße?
• Stehen ausreichend viele Fressplätze sowie sichere Ausweichwege zur Verfügung?
• Sind Stromversorgung, Steuerung und ein witterungsgeschützter Einbau gewährleistet?
• Gibt es bei Stromausfall oder einer technischen Störung eine sichere Notöffnung und manuelle Bedienung?
• Lässt sich das System mit den vorhandenen Maschinen sicher und ergonomisch befüllen?
• Wie hoch sind Reinigungs-, Kontroll- und Wartungsaufwand im täglichen Betrieb?
Unabhängig von der Bauart sollte eine zeitgesteuerte Heuraufe immer so geplant werden, dass alle Pferde sicher fressen können und bei einer Störung eine alternative Heuversorgung möglich ist.
Fazit
Heuraufen für Pferde unterscheiden sich nicht nur durch ihre Form. Viel wichtiger ist, wie die Pferde daraus fressen können.
Eine gute Heuraufe sollte:
• eine möglichst natürliche Fresshaltung erlauben,
• das Heu sauber und trocken halten,
• Heuverluste begrenzen,
• genügend Fressplätze bieten,
• leicht zu befüllen und zu reinigen sein,
• die Möglichkeit bieten, bei Bedarf nachträglich automatisiert zu werden,
und vor allem zur Größe und zum Verhalten der Pferdeherde passen.
Bestehende Heuraufen für Pferde zeitgesteuert nachrüsten
Ist bereits eine geeignete und sichere Heuraufe vorhanden, muss für eine zeitgesteuerte Fütterung nicht zwangsläufig eine komplette neue Anlage angeschafft werden. Eine Nachrüstlösung kann den Zugang zum Heu zu festgelegten Zeiten öffnen und schließen, während die vorhandene Raufe weiter genutzt wird.
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